Harper`s Island
Trish und Henry wollen heiraten. Als Schauplatz dafür haben sie sich ihre Heimat ausgesucht: Die Insel Harper`s Island“, die wundervoll gelegen ist und auch einfach eine schöne Kulisse bietet. Da Trish aus verdammt reichem Hause stammt, zieht der Brautvater auch alle Register und lässt die komplette Hochzeitsgesellschaft per Schiff von Seattle aus zur Insel bringen, auf der man eine komplette Woche verweilen möchte. Allerdings ist ihm dennoch der Bräutigam ein Dorn im Auge, da dieser eher aus ärmlichen Verhältnisse stammt. Er ist aber nicht die einzige Person, die sich über die Situation nicht freut. Viel schlimmer trifft es Abby Mills, die die beste Freundin von Henry ist, da sie auf der Insel eine Menge schlimme Erinnerungen zurückgelassen hat. Vor 7 Jahren hat dort nämlich John Wakefield 6 Menschen umgebracht. Eines der Opfer war ihre Mutter, was sie nie verwunden hat. Ihr Vater, der hiesige Sheriff, konnte Wakefield zwar danach erschießen, aber dennoch hat sie alle Kontakte zu der Insel abgebrochen und steht nun bald den Dämonen ihrer Vergangenheit gegenüber. Aber nicht nur denen aus der Vergangenheit, sondern auch die der Gegenwart setzen ihr zu, denn die Mordserie startet erneut und hat es auf die Hochzeitsgesellschaft abgesehen. Nur wer ist der Killer der Wakefield kopiert und welches Motiv hat er?
Wenn man in den 80ern gehört hätte, dass es in der Zukunft Slasher im TV-Serien Format geben wird, hätte man denjenigen wahrscheinlich eingewiesen. Durch „Scream“ wurde das Genre aber salonfähig und 2009 ist dann eben diese Serie entstanden, die alles beinhaltet, was man dazu benötigt. Allerdings haben wir es hier nicht mit einem Maskenmann zu tun, den wir 13 Folgen lang beim Mord begleiten, sondern hier steht ganz klar der „Whodunit?“ im Vordergrund. Die ersten Folgen dienen natürlich zu großen Teilen der Vorstellung der Charaktere, die man zu Beginn noch manchmal etwas doof findet, sich aber im späteren Verlauf auch sehr gut entfalten und zu Sympathieträgern entwickeln. Allerdings darf man sie nicht zu sehr ins Herz schließen, weil hier niemand, aber auch gar niemand sicher ist. Der Clou war bei den Dreharbeiten, dass auch die Darsteller nie wussten, wer als nächstes dran ist und auch die Frage nach dem Täter wurde innerhalb der Crew wild diskutiert, da man dies ebenfalls nicht mitgeteilt bekam. Immer erst kurz vor Drehbeginn der jeweiligen Episode erfuhr man, wann und wie man aus der Serie gerissen wird. Dennoch sind auch in den ersten Folgen bereits einige Morde am Start, die man aber noch geschickt von der Hochzeitsgesellschaft fernhält bzw. Erklärungen abliefert, warum die Person nicht mehr auftaucht. Zugegeben, immer gelingt dies auch nicht, weshalb man sich auch manchmal fragt, wieso die nicht etwas unsicherer sind, aber das ist auch irgendwie der Dramaturgie geschuldet. Wenn aber der erste öffentliche Mord passiert, nimmt die Serie dann nochmal enorm an Tempo zu und liefert zudem immer wieder falsche Fährten, sodass der Zuschauer seinen Hauptverdächtigen ständig ändern kann. Außerdem streut man noch weitere interessante Nebenplots ein und wühlt in den Geheimnissen der Vergangenheit, was für weitere Spannungsmomente sorgt.
Insgesamt also ein Mordsspaß, bei dem man ordentlich mitfiebern kann, wenn man ein paar Gegebenheiten unter „ist halt so“ ablegen kann. Ein weiteres großes Plus sind die Charaktere und eben auch ihre Darsteller, die hier einfach für ein großartiges Flair sorgen. Auch optisch wird eine Menge geboten, was gerade Fans des Genres absolut erfreulich finden werden, da man durch die Locations und durch die Kamera, sich wie zu Hause fühlt, da es gar nicht so sehr nach TV aussieht. Auch der Härtegrade ist dafür recht beachtlich. Für jeden Thriller und Slasherfan eine absolute Empfehlung.